Jul 18 2010
Kalium – Kaliummangel
Die Bedeutung der vier großen Mengenmineralien – Calcium, Magnesium, Natrium und Kalium – ist das Thema in dieser Rubrik.In diesem Artikel geht es um die Bedeutung von Kalium, um Kaliummangel und die Möglichkeit einer natürlichen Behebung dieses Mangels. [Bildquelle: fotolia]
Der Tagesbedarf an Kalium aus natürlichen Quellen beträgt für den Erwachsenen 2 bis 3 Gramm. Er nimmt im Alter stetig zu. Entsprechend ist zunehmend auf eine gute Versorgung z achten…
Von oben tropfte es. Den ganzen Tag tropfte es aus der Infusionsflasche. Der Professor in der Uniklinik schüttelte den Kopf. Der sehr niedrige Kaliumspiegel ließ sich einfach durch diese täglichen Kaliuminfusionen nicht beheben. Und das ging vier Wochen lang so. Es war Hochsommer in den 1990er Jahren. Mein Zimmer lag schattig, ruhig, hier im riesigen Krankenhaus.
Ständiger Stress und Fehlernährung hatten mich hier hin gebracht. Ein Infekt tat sein Übriges. Die Infusionen schmerzten, nicht nur an der Einstichstelle der Nadel, abwechselnd schmerzte es im rechten, dann im linken Arm. Alle zwei Tage wurde die Seite gewechselt. Gegen meine Langeweile hatte mir die Oberärztin einen Stapel Bücher über die Bedeutung der Nährstoffe für unsere Gesundheit und über die Folgen von Mangel gebracht.
Es ist eigentlich ganz einfach, die Bedeutung von Kalium für unseren Organismus anzugeben. Kalium ist essentiell, ist absolut lebensnotwendig. Ohne geht es nicht. Warum ist das so. Aus unseren grundsätzlichen Arbeiten über Mineralien wissen wir, dass der menschliche Körper ein sehr komplexes kristallines System aus Mineralien ist. Kalium finden wir zu 98 Prozent in den Zellen. Und alles Leben kommt von der Zelle, der kleinsten lebenden Einheit. Innerhalb der Zelle bildet Kalium ein flüssig-kristallines Grundmedium, über das alle Austausche von Ionen, der gesamte Stoffwechsel der Zelle läuft. Also der Austausch mit Clorid, Sauerstoff und vor allem mit Natrium außerhalb der Zelle.
“Was soll der graubraune Würfel neben dem langweiligen Gemüse?”, fragt sicher schon mancher. Wir kommen bald darauf zurück. Vielleicht kann eben dieser Würfel uns ja helfen, ein Problem zu lösen. Vier Wochen nach der Entlassung fuhr ich mit dem Taxi zur Nachsorge. Selbst fahren ging noch nicht. “Ihren Kaliumspiegel haben wir immer noch nicht im Griff!”, bemerkte der junge Arzt. “Ist auch nicht so einfach…” meinte er, und “essen Sie überhaupt tüchtig?” “Wie ein Scheunendrescher zur Erntezeit!”, antwortete ich ehrlich. Nun verschrieb er mir Nahrungsergänzung, Trinkpäckchen von einem großen Pharmakonzern. “Da ist alles drin, vielleicht klappt das.” Das schmeckte wie süße Kinderlimonade. Fünf Stück am Tage waren mir verordnet, dann wieder zur Nachsorge.
“Es ist ja wirklich ein Privileg, dass wir uns heute so mit Ernährung beschäftigen können”, sagte der junge Mann im weißen Kittel, “was Sie haben, haben bald alle, – nur mal eben an der Raststätte eine Salamisemmel, paar Kekse zum Kaffee, das geht nicht. Was machen wir nun?”
Ich war noch immer so schlapp, konnte keine Treppe gehen, nur liegen, die tollen Bücher über Mineralien und Gesundheit und Gesundheit und Ernährung studieren. Jede Zelle braucht Kalium. Zellen werden ständig neu gebildet, rund um die Uhr. Dann wird immer neues Kalium gebraucht. Kaliummangel lässt altern – die Baustellen für neue Zellen sind ja chronisch unterversorgt. Nur 0,25 Prozent des Körpers macht das Kalium aus. Aber ohne geht es absolut nicht. Kalium ist für den Flüssigkeitshaushalt und die Muskeltätigkeit wichtig. (`ach darum war ich so schlapp´) Viele Enzyme benötigen Kalium entweder direkt als Mineralproteide oder als Katalysator. Bei Mangel kommt es in aller Regel zu Darmlähmung und Verstopfung, Herzmuskelschäden – jetzt kriegte ich Angst -, niedrigem Blutdruck und Schwindel – kannte ich ja.
Die Hauptursachen für Kaliummangel seien
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chronische Krankheiten, Stoffwechselstörungen
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Darmkrankheiten, Nährstoffmangel und
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mangelde Flüssigkeitszufuhr sowie
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Abführmittel regelmäßig genommen aber auch
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Dauerstress und Schwitzen und zu wenig Wasser…
`Ach so, wenn man einmal einen Kaliummangel hat, dann Verstopfung bekommt, darauf Abführmittel nimmt, dadurch den Kaliummangel verstärkt, danach einen noch trägeren Darm hat, worauf man…´, dachte ich `dann betreibt man quasi einen Teufelskreis´ – - – “Was machen wir jetzt?”, fragte der Arzt, fragte ich ihn jetzt. Er schrieb nachdenklich auf seinem Block. “Ich gebe Ihnen eine Verdauungshilfe, eine natürliche, Flohsamenschalen, rührt man in Wasser, gibt es in Zitrone- und Orangengeschmack”. “Zitrone” sagte ich, und “aber das ist kein Kalium!”, etwas enttäuscht. “Enä. Grünzeug! Versuchen Sie es mal mit Grünzeug. Das soll ganz gut sein. Und Bierhefe oder Bäckerhefe.” Er ging. `Die haben´s hier ja auch gut´, dachte ich neidisch, `eine Salattheke in der Kantine – einfach nur bedienen, Märkchen abgeben…´ Aber ich hatte doch das Problem.
Tatsächlich fand ich in einer dicken Nährwerttabelle (Souci-Fachmann-Kraut), dass ein einziger Würfel Bäckerhefe (gibt es frisch in jedem Supermarkt) den gesamten Tagesbedarf an Kalium für einen erwachsenen Menschen enthält. Das mit dem Grünzeug ging mir nicht aus dem Kopf. Da hatten wir doch diesen Spezialentsafter. Richtig in Betrieb war der noch nie. Das änderte sich nun. Kiloweise wurden Spinat, Löwenzahnblätter und Mangold entsaftet, in Plastikbecher portioniert und eingefroren. Zuletzt waren es rund 100 Portionen. Nach und nach habe ich diese dann aufgetaut, mit einem Spritzer Zitronensaft oder Worchestersauce gewürzt und bis zu 3 Stück am Tage getrunken. Grünzeug entsaften ist eine ziemliche Aktion. Nicht das Entsaften, das Aufräumen nachher, Maschine spülen usw. – Unvergeßliche Aktion: man bekommt eine Babyhaut und sieht 10 Jahre jünger aus!
Die Bäckerhefe kann man gut in Apfelsaft auflösen. Man rührt da schon eine Weile. Ehrlich gesagt ist das auch gewöhnungsbedürftig. Zum Trost ist es wirklich nicht teuer. Ein Hefewürfel kostete damals 25 Pfennig. Das mit der Hefe kann man sicher nicht täglich machen. Aber zweimal in der Woche habe ich einen ganzen Hefewürfel gerührt und verspeist. “Darmpflege” mache ich seitdem auch regelmäßig. Neben den erwähnten Flohsamenschalen habe ich andere Möglichkeiten entdeckt:
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zwei Eßlöffel Kokosraspel mit Sojamilch eingeweicht und
mit Haferflocken sowie klein geschnittenen getrockneten
Aprikosen, einem geh. Eßlöffel Magerquark verrührt …
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Leinsaat regeneriert den Darm. Weil Leinsaat die beste Quelle
für Linolensäure (auch essentiell) ist, zermahlt man einen Eßlöffel
Leinsaat in einer alten el. Kaffeemühle und rührt den mit unter …
Das mit der Leinsaat macht man am besten täglich und ergänzt sie noch durch einen Eßlöffel Sonnenblumenkerne (auch mit mahlen, Linolsäure). Denn die Zellen brauchen neben Kalium auch die essentiellen Fettsäuren Linol- und Linolensäure. Auf diese Weise zugeführt nimmt man auch noch Lignane (sekundärer Pflanzenstoff der Leinsaat) und OPC usw. (AntoCyanide) auf. Neben dem enthaltenen Vitamin E fördern beide Stoffe die Regeneration, unterstützen die Gesundheit. {Magerquark mt Leinöl war schon lange ein Geheimtipp von Gesundheitsfreaks. Ehrlich gesagt, das habe ich mal versucht, kriege ich absolut nicht runter! Aber je einen Eßlöffel Sonnenblumenkerne und Leinsaat zermahlen und in den Quark rühren, das konnte ich mir schnell zur Gewohnheit machen.
Vor einigen Tagen titelte Die große deutsche Boulevardzeitung mit dem Thema: Die wichtigsten gesunden Schlank-Lebensmittel und dann waren kurz und bündig – völlig richtig – kommentiert, aufgeführt: Haferflocken, leinsamen, Kürbiskerne, Pinienkerne *, Punpernickel, Roggenvollkornbrot, Vollkornbrot, Pflaumenmus, Grapefruit-Saft, Kiwi, Stachelbeeren, Mango, Aprikosen (getrocknete), Apfel, Birne, Putenbrust, corned Beef, Frischkäse, Harzer Käse, Kochkäse, Milch, Soja-Milch, Sojajoghurt, Erdbeeren, Banane, Feigen, Johannisbeeren, Himbeeren, Melone, Pfisiche, Heidelbeeren, Brombeeren, Kirschen, Apfelsinen, Trockenpflaumen, Knäckebrot, Mandeln*, Tofu, Hähnchenbrust, Reis, Lauch, Fenchel, Brokkoli, Blumenkohl, Artischocke, Pellkartoffeln… (*ein paar wenige Pinienkerne oder Mandeln haben eine gute Wirkung auf das Sättigungsgefühl, wichtige Nährstoffe für zwischendurch… gut kauen) Durch eine natürliche Ernährung verbessert sich auch das Aussehten (Haut) und der Allgemeinzustand.
Sicher fehlen noch ein paar Lebensmittel wie Salatgurke, Karotten usw. Aber es wird deutlich, was hier gemeint ist: In Wirklichkeit brauchen wir die unzähligen bunten Päckchen mit Fertiggerichten und Süßigkeiten aus den Kaufhäusern nicht. Je natürlicher wir uns versorgen, um so besser. Warum diese natürlichen Lebensmittel so gesund sind? Ganz einfach: Weil wir seit millionen Jahren daran adaptiert sind (angepasst sind). Natürliche Nährstoffquellen werden besser verwertet. Der Körper ist gut versorgt, Gewichtsprobleme werden geringer.
Ich danke Ihnen für Ihr Interesse und wünsche beste Gesundheit.
Karl Hinkel, Köln
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4 Kommentare


















Danke – sehr aufschlussreich!
Leider nicht so einfach zu lösen wie mit Magnesium.
Nein, Herr Gas, das stimmt, es gibt in gleicher Form keine Trinklösung mit Kalium. Somit ist die Zellgesundheit direkt von einer ausgewogenen Ernährung abhängig.
Schönen Sonntagabend.
Karl Hinkel
Ich habe mich gerade etwas mit dem Thema außeinandergesetzt und ich muss sagen, dass ihr Text sehr gut und informativ ist! vielen Dank
Vielen Dank für Ihre Bestätigung. Tatsächlich lässt sich hier nichts mit einem Präparat machen. Und längerfristiger Kaliummangel führt zu beschleunigter Alterung, Folgekrankheiten und somit zu vielen Problemen im Alltag.
Zunehmend spielt Kalium im reinen Technikbereich eine Rolle als Katalysator…
Karl Hinkel