Feb 14 2010
Virtuose Violine – Teil 3
Mitten im Kölner Karnevalstrubel begrüße ich Sie zum dritten Teil der Vorstellung von Heinrich Bibers virtuoser Violinkunst. Wie angekündigt sehen wir heute einige Künstler mit ihrem Vortrag. Im Kontrast zum Karneval ist diese Musik natürlich viel ruhiger. Aber sie ist auch bunt und filigran wie die Karnevalskostüme in den Kindersitzungen heute Vormittag im Fernsehen (Kinderstunksitzung und Ziegensitzung im WDR3 – jedes Jahr am Karnevalssonntag vormittags – wirklich immer wieder ein Genuss – danach in allen Kölner Stadtteilen die Schull- und Veedelszöch / Karnevalsumzüge der Schulen und Stadtviertel)
Nun zu Biber (der volle Name des Komponisten lautet: Heinrich Ignaz Franz von Biber (1644 – 1704) arbeitete ab seinem 16. Lebensjahr beim Erzherzog in Salzburg und war der größte Violinvirtuose seiner Zeit) und einige Musikbeispielen. Einige Interpreten sehen wir auf der Bühne, bei einigen Musikbeispielen ist das zugehörige CD-Cover eingeblendet.
Bei der Recherche dieser Beispiele bin ich auf Neueinspielungen gestoßen, die mich wieder ziemlich beeindruckt haben. Dazu gehören Bibers Messe und Requiem in überzeugenden Aufnahmen von Jordy Savall und Reinhard Göbel. Auch diese werden wir weiter unten finden. Die Kommentierung dieser überzeugenden und schönen Musikbeispiele werde ich wieder sehr kurz halten.
Beginnen wir mit der Battalia. Das ist eine Kriegsscene, Programmmusik zu einem Kampf sowie zum Sieg. Die Battalia von Heinrich Bieber ist 10-simmig. Wir hören hier einen Teil daraus in einer Aufnahme von Concerto des Nations mit Manfredo kramer, Palo Valetti ud Mauro Lopes…
Als nächstes eine 6-stimmige Bläsersonate für Trompete, 2 Violinen, 2 Violas & Continuo – eine Aufnahme von The English Concert mit Andrew Manze:
Hier die gleiche Musik noch einmal gespielt von Richard Yougjae O´Neill auf einer Vola im Seoul Arts Center, Februar 2009. Der Lauftext am Anfang sagt, dass Bibers Violinsonate neben J.S.Bach als die bedeutendsde Musik für Violine (ein-) geschätzt wird. Hier ist sie auf Viola gespielt, welche einen dukleren und kraftvolleren Ton bietet:
Das Schaffen Heinrich Bibers teilt sich ungefähr je zur Hälfte in weltliche und sakrale Werke. Hier ein Beispiel aus der Missa Salisburgensis, das Kyrie, in eienr neueren Aufnahme von Reinhard Goebel & Paul McCrash (Interessierte finden auch das Gloria auf Youtube unter: Heinrich Ignaz Franz von Biber “Missa Salisburgensis – Gloria Das Gloria ist ebenso beeindruckend. Dieses Werk hat fast 40 Stimmen, zwei große Chöre, 2 Orchester, 2 Orgeln im Einsatz und ist mit das größte Musikwerk überhaupt.):
Aus den Mensa Sonora (Tafelmusik) hier ein etwas eigenwillig gespieltes Stück, mit Musica Antiqua Russica
Director Vladimir Shulyakovskiy (baroque violin) … Die Mensa Sonora sind sehr phantasierreiche Konzerte, Suiten mit 6 oder 7 Tanzsätzen vergleichbar mit Corellis Concerti Grossi, die kann man virtuos spielen wie Reinhard Goebel, Musica Antiqua Köln, oder so wie in unserem Video. Mein Favourit ist Reinhard Goebels Aufnahme von 1988.
Als nächstes habe ich für Sie hier die Einleitung zum Requiem von Heinrich Biber, das er für seinen Brotgeber, den Erzherzog, geschrieben hat. Bibers Requiem ist eine wahre Perle in jeder Barocksammlung und eignet sich wie alle Kompositionen von Biber hervorragend zum geniessen, entspannen, zum meditieren.
Requiem a 15 (15-stimmig) I. Marcia Funebre. II. Introitus: Requiem Aeternam. La Capella Reial de Catalunya.
Le Concert des Nations. Dir: Jordi Savall.
Und zum Schluss habe ich noch ein Video zu Biberes Battalia (Kampf und Sieg… die Disharmonien stellen das Kämpfen dar…) Jean-Christophe Spinosi, Ensemble Matheus. Live at the festival “Sinfonia en Périgord” 2000, Périgeux:
http://www.youtube.com/watch?v=BC2oaSAToRE&feature=related
Einen geruhsamen Sonntagabend wünsche ich Ihnen, wenn Sie mögen, Spass im Karneval und am kommnenden Sonntag hier zum vierten Teil unserer Exkursion zu Heinrich Ignaz Franz von Biber. Karl Hinkel, Köln
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From MagischeMinerale.de, post Virtuose Violine – Teil 3
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3 Kommentare


















Hallo Karl,
vielen Dank für deine Mühe. Ich habe mich bisher nie ernsthaft mit klassischer Musik auseinander gesetzt und bin nun doch überrascht, welche Wirkung diese Musik auf mich hat. Es gibt zwar Stücke die mir nicht so gefallen, aber dann merke ich auch, das diese Stücke einfach nicht meiner Stimmung entsprechen und so eine Dissonanz in mir auslösen. Aber darum ging es letztlich den Komponisten : Gefühle in Tönen zum Ausdruck bringen.
Ja und mit den Komponisten beschäftige ich mich ja auch Dank deiner Impulse intensiver. Leider konnte ich mir dieses Wochenende noch nicht die Zeit nehmen für alle Filme, denn ich habe ja gerade sehr viel Lesematerial vor mir, aber so kann ich mich noch drauf freuen…
Danke und liebe Grüße nach Köln
Guten Abend Doris,
ja, das ist unbedingt richtig, dass sich uns die Dinge erst erschließen, wenn wir uns damit beschäftigen. Gerade schaue ich mir eine sechsstündige Biographie von Johann Sebastian Bach an, das war ja die gleiche Zeit wie Biber. Und ich entdecke immer wieder Neues. Ich glaube, dass sicher diese Großen etwas ganz Besonderes sind. Aber ebenso sind wir alle ein eigener Kosmos.
Der Kern dieses Blogs soll ja die Mineralienwelt sein. Im Februar geht es los mit Magnesium. Das wird sicher spannend.
Aber die Rubrik Unterhaltung wird auch weiter gepflegt, mit Bach, Beethoven, Vivaldi und Händel, Purcel und Scarlatti.
lGute Nacht und alles Gute
Karl Hinkel
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